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»» Krankheiten *Igelkrankheiten - erkennen und vermeiden -Was für Igelkrankheiten gibt es, wie erkenne ich sie und wie lassen sie sich behandeln oder vermeiden? *Wir möchten erwähnen, dass die hier aufgeführten Beiträge keinesfalls den Gang zum Tierarzt ersparen. Bitte geht lieber einmal öfter zum Tierarzt als zu spät! Es werden immer neue Erkenntnisse bezüglich der Krankheitsbilder und Behandlung exotischer Igel gewonnen, daher ist diese Seite momentan nicht komplett aktuell. Sobald es mir die Zeit erlaubt werde ich diese Seite komplett überarbeiten und auf den aktuellsten Stand bringen!* *Um sein Igelchen gesund zu erhalten bedarf es vor allem eine artgerechte Unterbringung mit ausreichend Platz und guter Belüftung(aber ohne Zugluft!) sowie ausreichend Wärme für eure kleinen Stachelchen! Weiterhin sind täglich(!) frisches Wasser und eine gesunde, artgerechte und ausgewogene Ernährung für eine Gesunderhaltung von Bedeutung! Die tägliche und gründliche Hygiene in und um das Igelzuhause ist selbstverständlich sehr wichtig! Ihr kennt euer Igelchen am besten und merkt auch am ehesten, wenn ihr euch täglich mit ihnen beschäftigt, ob und wann etwas nicht in Ordnung ist! Achtet beim täglichen Umgang mit euren Tieren auf Veränderungen wie z.B.: *Veränderungen an und unter der Haut (Erhöhungen, Rötungen, verschorfte Stellen, Geschwulste usw.) *Veränderungen der Augen (tränende Augen, Eintrübungen usw.) *Veränderungen der Anhangsorgane (Milben oder trockene, gerötete Stellen an den Ohren, eine verkrustete, verschlossene oder zu trockene Nase usw.) *Veränderung im Verhalten eures Igelchens (ist er schläfrig, nicht mehr so aufgewegt, zieht er sich zurück usw.)
*Hier mal die häufigsten Igelkrankheiten: Durchfall: tritt bei eurem Igelchen Durchfall auf, kann dies mehrere Ursachen haben: *es kann eine Darmerkrankung vorliegen( auch durch Innenparasiten hervorgerufen) *das Futter könnte schlecht oder gar falsches sein *auch das Zufüttern von Obst kann zu Durchfall führen Klingt der Durchfall nach 2Tagen nicht ab oder zeigen sich Veränderungen im Stuhl (Ablagerungen oder Verfärbungen ect.) dann sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden, denn Durchfall kann zur Exikkose/Austrocknung führen!
Überprüft bitte eure Haltung und Einrichtungsgegenstände. Entfernt scharfkantige Gegenstände und wechselt das Streu aus. Leichte Verletzungen und Reizungen kann man gut mit einem beruhigenden Bad in Kamille oder Bepanthen Wund-und Heilsalbe behandeln. Achtet immer auf den richtigen Untergrund, so könnt ihr wunde Füsse gut vermeiden!
Von Würmern sind hauptsächlich Wildfänge betroffen. Allerdings kann auch Stress (wie ein langer Transport) und ein mangelndes Immunsystem Auslöser für Innenparasiten bei Nachzuchten sein. * Atembeschwerden *röchelnde Geräusche beim Atmen wenn ihr bei einem eurer Igelchen solche Geräusche feststellt, dann stellt bitte erst Sicher, ob es schläft, denn manche Igelchen schnarchen laut:) *Ist euer Igelchen extrem dünn und nimmt dazu noch stetig ab, obwohl es ausreichend Nahrung zu sich nimmt, kann man von einem Bandwurmbefall ausgehen. Hier gilt: *Igelchen schleunigst in Quarantäne setzen und einen Tierarzt konsultieren! Dieser kann die Kleinen recht schnell mit entsprechenden Medikamenten von Würmern befreien! Auch desshalb ist es wichtig, drauf zu achten, dass die Igelchen vor Abgabe entwurmt werden!
Pilzinfektionen entstehen häufig durch Übertragung oder durch Haltungsfehler. Diese Haltungsfehler können sein: *eine zu hohe Luftfeuchtigkeit *eine zu trockene Luft * falsches Einstreu *mangelnde Hygiene *ungenügende Belüftung Eine Pilzinfektion erkennt ihr an: *trockener, schuppiger Haut und den Anhangsorganen *Juckreiz (euer Igelchen kratzt sich ständig) *Um einen Milbenbefall auszuschliessen solltet ihr kontrollieren, ob man schwarze Pünktchen oder ähnliches erkennen kann! Bei einer Pilzinfektion ist eine Behandlung vom Fachmann zwingend notwendig1 Es sollte auch darauf geachtet werden, dass unbedingt alle Igelchen untersucht und behandelt werden, da dies ansteckend ist!
Die Symptome eines Befalls mit Milben/Parasiten sind ähnlich die eines Pilzbefalls nur, dass die Parasiten zu erkennen sind. Der Tierarzt kann euch entsprechende Mittel und Tipps geben. Bitte geht unbedingt zum Tierarzt und kauft nicht irgendwelche Mittel in Geschäften, da diese zu Unverträglichkeiten führen können! Auch hier gilt, jedes Igelchen muss mitbehandelt werden!
Weissbauchigel haben empfindliche Augen.
*ständiges geschlossen halten des Auges *übermässiger Tränenfluss *Juckreiz bzw. den Versuch des häufigen Kratzens *oder andere Auffälligkeiten beobachten, sucht bitte einen Tierarzt auf! Stellt ihr eine *Eintrübung der Linse fest, kann dies mehrere Ursachen haben: *Veranlagung *Alterungserscheinung *Symptom/Zusammenhang mit einem Schlaganfall *Inzucht (hier sollte dringend geklärt werden, ob das die Ursache ist, da mit diesem Tier sonst nicht mehr gezüchtet werden darf!) Meist kann das betroffene Tier mit dieser Einschränkung ganz gut leben, trotzdem solltet ihr die Ursache beim Tierarzt abklären lassen!
Wenn euer Tier einen Unfall hatte und ihr danach eine Veränderung wie: *schonen bestimmter Extremitäten *hinken oder hinterherziehen von Gliedmassen *oder sonstige Veränderung in Gang und/oder Verhalten festzustellen ist, kann es sein, dass etwas gebrochen ist! Auch hier bitte schnellstmöglich zu einem Tierarzt! Und achtet beim Auslauf auf eine sichere Umgebung damit solche Unfälle gar nicht erst entstehen!
Haar-/stachelausfall kann eine Folge von starken Mangelerscheinungen in Verbindung mit Infektionen sein. Solltet ihr eine unnatürliche Veränderung sowie starken Ausfall des Haar- und Stachelkleides bemerken, sucht bitte umgehend einen Tierarzt auf! !Nicht zu verwechseln mit dem regelmässigen Wechsel des Stachelkleides.! In der 8.Woche bis zum 5ten Monat verlieren die Jungtiere das erste mal ein dutzend und mehr Stacheln auf dem Kopf. Taumel-Syndrom/Wobbly-Syndrom (WHS): Das Taumel-Syndrom oder auch Wobbly-Syndrom ist noch nicht sonderlich erforscht und es gibt auch noch keine Heilung dafür. Es ist nicht ansteckend! Zu erkennen sind: *ein extrem taumelnder Gang * eine eingeschränkte Bewegung des betroffenen Tieres.
Lähmungen können hervorgerufen werden durch: *Unfälle *Durchblutungsstörungen *Vitaminmangel. Sie können auch bei vorher absolut gesund erscheinenden Tieren auftreten. Wenn ihr also eine Gangunsicherheit, hinterherziehen von Extremitäten und sich ev. kalt anfühlende Gliedmassen feststellt, sucht umgehend einen Tierarzt auf! Igelchen neigen (wie viele Exoten) zu einer erhöten Tumorbildung. Testet es auf etwaige Unregelmässigkeiten der Haut, des Gesäuges sowie der Anhangsorgane ab! Tumore können sich aber auch an den inneren Organen bilden! Wenn ihr also über Tage Veränderungen im Verhalten eures Tieres feststellt geht bitte zu einem Tierarzt!
Zahnprobleme beim afrikanischen Weissbauchigel (Ein Bericht von „K+S Berlin Hedgies“ in Zusammenarbeit mit „Magichedgies“)Zahnprobleme bei afrikanischen Weissbauchigeln sind nicht selten. Sie wurden bis zum heutigen Tag in Deutschland nur noch nicht entdeckt und eingehender untersucht! In Amerika, wo Igel ja schon lange als Heimtier domestiziert sind, wird das Thema Zahnprobleme und Zahnpflege ganz anders behandelt und durchgeführt. Auch haben die Tierärzte in Amerika bereits mehr Erfahrungen mit Weissbauchigeln. Geht man Beispielsweise in Amerika mit seinem Igelchen zum Tierarzt kommt es nicht selten vor, dass man zur Prävention eine kleine Zahnbürste und eine Tube Zahnpasta (mit Hühnchengeschmack) erhält. Zahnprobleme sind leider weiter verbreitet als im Allgemeinen angenommen! Um es einmal in Zahlen zu fassen: Auf 50Igel kommen in etwa 3 bis 5 Igel mit massiven Zahnproblemen. Zuerst zu den Grundlagen: Die Milchzähne (lacteale Dentition) stoßen bei Babyigeln ab dem 21ten Tag durch. Mit der vierten Woche sind sie vollständig durchgestoßen. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten werden diese durch die bleibenden Zähne (permanente Dentition) ersetzt. Der afrikanische Weissbauchigel besitzt lange Schneidezähne und scharfe Backenzähne. Mit den Schneidezähnen fasst der Igel seine Beute. Durch das leichte Vorstehen des Oberkiefers ist der Igel in der Lage auch kleinste Beutetiere gut aufzunehmen. Die Backenzähne des Igels sind mit spitzen Höckern versehen, verfügen jedoch nicht über Mahlflächen. Dadurch erfolgt kein „Zermahlen“ der Nahrung sondern eher ein „Zerdrücken“. Durch diese Höcker ist es den Igeln jedoch sehr gut möglich, Beispielsweise den Chitinpanzer von Käfern zu zerstören. Ursachenforschung: Nachforschungen haben ergeben, dass nicht etwa (wie oftmals fälschlich angenommen) das Alter Hauptursache für diese Probleme ist. Veranlagung und falsche Ernährung (mangelnde Gabe von Insekten – gerade der harte Chitinpanzer ist wichtig für die Reinigung und Pflege der Zähne!) sind ausschlaggebende Ursachen für Zahnprobleme. Leider werden Zahnprobleme immer noch zu spät erkannt, nämlich meistens dann, wenn das Tier scheinbar ohne triftigen Grund an Gewicht verliert! Es ist daher wichtig, seinen Tierarzt bei der Routineuntersuchung (die in Regelmäßigen Anständen stattfinden sollte!) zu bitten, auch die Zähne des Igelchens zu kontrollieren. Eine Zahnreinigung (wie sie bei Beispielsweisen Hunden üblich ist) kann auch beim Weissbauchigel durchgeführt werden. Symptome die auf ein dentales Problem hinweisen können: -Gewichtsprobleme (wenn andere Ursachen wie Durchfall und Würmer/Parasiten auszuschließen sind) -Mattigkeit, allgemeine Lustlosigkeit -Appetitlosigkeit (allgemeine Freßunlust) -einseitiges Kauen -Freß- und Kauauffälligkeiten -Maulausfluss -ständig feuchter Unterkiefer und Hals -übler „Maulgeruch“ Wenn bei einem Igelchen solche Auffälligkeiten festgestellt werden sollte man dringend den Tierarzt aufsuchen, denn eine Früherkennung ist hier sehr wichtig um den/die betreffenden Zahn/Zähne retten zu können. Die häufigsten Zahnprobleme beim afrikanischen Weissbauchigel können sein: -Zahnfehlstellungen -Zahnverlust: Lässt sich durch Früherkennung und Prävention verhindern. -allgemeine Entzündungen im Mund- und Kieferbereich: Ist eine Entzündung vorhanden (je nach Lokalisation) verabreicht der Tierarzt meist Antibiotika. Diese ist bei einer Infektion meist unumgänglich! Falls ein zahn zu entzündet ist wird dieser meist vom Tierarzt gezogen. -Abszesse: Abszesse sind meist problemlos zu beseitigen, indem man sie öffnet und ablässt. -Kiefertumore Igel neigen leider sehr häufig zu Tumoren. So auch im Mund- und Kieferbereich. Hierbei sind zwei Arten zu unterscheiden: Die „einfachen“ Tumore: Diese können (meist problemlos) entfernt werden. Sie sind (meist) gutartig. Gefährliche Tumore: Sie bilden sich oft entlang des Unterkiefers und können meist nicht entfernt werden bzw. setzen Metastasen („Tochtergeschwüre“) ab. Sie sind (größtenteils) bösartig. Behandlung / Diät: Neben der medizinischen Behandlung, die je nach Art der Erkrankung unterschiedlich und individuell erfolgt, ist eine spezielle Diät von großer Bedeutung. Wichtig ist, dass das Tier strotz seiner Beschwerden ausreichend Nährstoffe zugeführt bekommt! Es gibt Igel, die haben generell weniger Zähne oder sie sind bereits in jungen Jahren ausgefallen oder mussten aufgrund dieser Erkrankungen entfernt werden. Egal um welche Art von Zahnproblemen es sich hierbei handelt, das Tier wird definitiv nicht (oder kaum) in der Lage sein feste Nahrung zu sich zu nehmen! In den USA gibt es hierfür ein spezielles Diätfutter in Form von weichen Tabletten. Leider gibt es solch spezielles Futter noch nicht in Deutschland und ein Import ist recht kostenintensiv. Hier bietet sich die Lösung des Einweichens des gewohnten Trockenfutters an. Dieses kann Problemlos vom Igelchen aufgenommen werden. Eine regelmäßige Kontrolle der aufgenommenen Futtermenge ist auch hier sehr wichtig, um sicher zu gehen, dass das Tier genügend Nährstoffe zu sich nimmt! Auch darf das Futter nur wenige Stunden im aufgeweichtem Zustand verbleiben, da sonst die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung (durch verderben des Futters) besteht. Um diesen Problemen vorzubeugen ist eine genaue Beobachtung seines Tieres notwendig! Das bedeutet: - das Fress- und Kauverhalten seines Tieres zu beobachten. - eine regelmäßige Gewichtskontrolle. - eine regelmäßige Kontrolle der Zähne und des Mäulchens: Bei einem zahmen Tier kann dies Problemlos durch zwischen stecken des Fingers und anschließender Einsichtnahme in den Maulraum sowie der Zähne geschehen. Man kann hierzu aber auch einen sogenannten „Zungensenker“ verwenden (oder etwas Ähnliches.) Bitte alle Beobachtungen genauestens dokumentieren und bei Auffälligkeiten umgehend einen fachkundigen Tier- oder Tierzahnarzt aufsuchen! Bitte experimentiert nie selbst an eurem Igelchen herum und schon gar nicht mit eigenen Mitteln wie zum Beispiel Zahnpasta, Gurgellösung oder ähnlichen Stoffen, da man nie absehen kann, wie ein Tier darauf reagiert! Warum sind Zahnprobleme solch eine Gefahr für mein Tier? Mal ganz davon abgesehen, dass Zahn- und Maulprobleme so gut wie immer mit starken Schmerzen, allgemeiner Freßunlust (was eine mangelnde Aufnahme von Nährstoffen und so eine Unterernährung zufolge hat) und sonstigen Problemen für das Tier einhergehen, die sicherlich sehr unangenehm sind, ist zu bedenken, dass schlechte Zähne zu Körperfunktionsstörungen führen können. Diese können unter anderem zu Leber-, Nieren- und Herzkrankheiten führen! Bedenkt also immer, dass Igel auch Insektenfresser sind und diese zu einer gesunden Ernährung und zur Vorbeugung bestimmter Krankheiten unumgänglich sind! Gerade die harte Schale einiger Insekten wie zum Beispiel Mehlwürmer und Heimchen dienen der Gesunderhaltung der Zähne! Kein Trockenfutter dieser Welt kann diesen Zweck ausreichend ersetzen!!! Noch kurz ein Wort zum sogenannten „Phänomen des Zungenbeißens“: Beobachtungen haben ergeben, dass es nicht selten vorkommt, dass Igel sich selbst (aus noch ungeklärten Ursachen) auf die Zunge beißen. Dieser Zustand wird häufig mit den Symptomen eines Schlaganfalles (Lähmung einer Gesichtshälfte, heraus hängen der Zunge ect.) verwechselt. Man sollte also sicher gehen, dass es sich bei oben genanntem Symptom auch wirklich um einen Schlaganfall oder "nur" einen Zungenbiß handelt! Daher ist folgendes zu beachten, sollte sich euer Igelchen einmal auf die Zunge gebissen haben: - die Zunge ist mit einem Tropfen Wasser feucht zu halten! - sollte die entstandene Schwellung nach 24h nicht abgeklungen sein, sucht bitte unverzüglich einen Tierarzt auf. (Weißt diesen bitte unbedingt auf den Zungenbiss hin, um Missverständnisse und Fehlbehandlungen zu vermeiden!) Es ist sehr wichtig, seinen Igel genau zu beobachten und diese Probleme möglichst früh zu erkennen und seinem Arzt zu berichten, damit kein Igelchen mehr unter nicht erkannten und / oder versteckten Zahnproblemen aufgrund mangelnder Erfahrung und Kenntnisse leiden muss! ©2006 IGWZD K+S Berlin Hedgies / Magichedgies Der Schlaganfall beim afrikanischen Weißbauchigel Das hier sollen nur Tipps und Ratschläge sein! Es ist ein wenig wie mit dem Beipackzettel bei Medikamenten, wo jede Nebenwirkung aufgezählt werden muss! Bei richtigem Umgang und Pflege geht es eurem Igelchen bestimmt lange gut!
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